Rückschritt…

Es war 3 Uhr als ich nach 3 Stunden Schlaf wach wurde, weil sich meine Blase meldete…müde schleppte ich mich ins Bad, mied jedes grelle Licht, um mich dann mit halboffenen Augen wieder ins Bett fallen zu lassen…
Und dann?…ja, dann lag ich da und meine Gefühle drehten sich ohne dass offenbar ein Gedanke in meinem Kopf umherschwirrte.
Mir tun die Augen weh, von der Müdigkeit, die es nicht schafft, sich gegen diesen altbekannten Schmerz in mir durchzusetzen. Doch war nicht noch vor ein paar Tagen alles in Ordnung?
Die Arbeit am Freitag und Samstag war nicht die beste Zeit. Ich hatte eher das Gefühl, herumzuirren und stumm zu sein. Ich bemerkte, dass ich wieder tief in mir verschlossen war. Aber es schien auch nicht so wirklich jemanden zu interessieren.
Auf den Sonntag freute ich mich ungemein. Geplant war, einen Tag lang mal nichts zu tun, außer mit diesem Mann, der mein Leben wie kein anderer bereichert, zu verbringen. Frühstück im Bett, aufstehen wenn einem die Nase danach steht, schauen was passiert…im Endeffekt absolut gar nichts…außer dass ich mich am Ende des Tages ausgelaugt fühlte.

Es ist genau dieses Gefühl…ich fühle mich in eine Ecke gestellt, nicht existent…mein ganzes Leben hat sich von dem einen Moment auf den anderen verändert. Mit einer doch eigentlich so positiven Nachricht, hörte ich auf mit Zigaretten, Alkohol, Partys und dem gekotze. Ich versuchte für mich den weiteren Weg zu planen…Wohnung, Uni, Arbeit, Ernährung, Lebensstil…urplötzlich änderte sich einfach alles, was ich noch vor dem Wissen über meine Schwangerschaft als zu mir gehörig definierte.
Damals sah ich keinen Sinn…mein Baby gab ihn mir wieder…aber seit ein paar Tagen ist es wie eh und je…ich fühle mich unheimlich allein und zusätzlich dazu, aufgrund dem Fakt, dass ich die Essstörung hinter mir lies, unendlich fett und unattraktiv. Da ist es also wieder…das zersprungene Spiegelbild, die Abneigung, die tiefe Traurigkeit. Ich habe nicht das Gefühl, dass mich irgend jemand hält. Seit die Menschen von meiner Schwangerschaft wissen, haben sie sich abgewendet…zu mindest meine Freunde. Es ist, als hätte es sie nie gegeben. Es waren ja auch weniger als eine Hand voll, aber sie waren da und plötzlich bin ich allein. Nicht zuletzt, weil meine Schwester den einen ganz für sich eingenommen hat. Aber von meiner Familie muss ich ja nicht mal anfangen…während noch vor zwei/drei Monaten ihre Aufmerksamkeit gegeben war und sie mir das Gefühl gab, dass sie mir Halt bietet, ist sie plötzlich verschwunden. Das Seil, das sie heraufziehen wollte und an dem ich hing, hat sie losgelassen…nicht das erste Mal…und auch nicht das Zweite…aber der Aufprall war härter denn je. Ich bin verletzt und es raubt mir meine Träume, es raubt mir meinen Schlaf, es raubt mir mich…die betroffenen Personen bemerken es nicht, sie wissen nicht um ihrer Stärke, anderen zu schaden. Man kann es ihnen nicht sagen, mit ihnen nicht darüber reden, weil sie noch nie einsichtig waren. Sie beginnen zu ignorieren, mehr noch als bisher. Ich kenne dieses traurige Spiel. Nur dieses mal ist es umso härter, weil ich mich mehr als je zuvor um sie bemühte, zuhörte, Hände hielt…jetzt wo ich sie selber bräuchte, werden sie weggestoßen, weil sie noch nicht genug bekommen haben.

Schrei des Herzens…

Einen Menschen zu vermissen kann die unterschiedlichsten Formen annehmen…und es kann dafür sorgen, dass man selbst die verschiedensten Formen annimmt…
Da steht man also am Bahnhof mit dieser geliebten Person, unterhält sich und hält sich aneinander fest und im nächsten Augenblick schlendert man allein durch die Straßen, mit der Musik im Ohr, die den Kloß im Hals immer größer werden lässt. Was tut man? …schlucken schlucken schlucken…Tränen zu vergießen könnte ja alles noch schlimmer machen, den Schmerz noch realer und nicht mehr aufhören…man schleppt sich irgendwie durch den Tag. Hausarbeit, Termine wahrnehmen, telefonieren, studieren, Serie gucken, ein Spiel spielen, Sport machen…und dann ist es dunkel und die Ruhe kehrt ein…und damit auch die Einsamkeit!

Ich kenne dieses Schauspiel zu gut. Ich bin perfekt im Vermissen…dieses übertriebene Gefühl der Sehnsucht nach diesem einen Menschen, an den man sich in den letzten Monaten so gewöhnt hatte. Seit 4 Monaten waren wir keinen einzigen Tag getrennt, nur ein paar Stunden. Jetzt musste er beruflich weg und ich leide. Nachdem ich den gesamten Tag verdrängte, trifft es mich jetzt umso heftiger…um nicht zu sagen: in übertriebener Weise!
Ich weine und es hört nicht auf. So sehr habe ich lang nicht mehr geweint. Ich werde misstrauisch und eifersüchtig…meine Phantasie spielt mir tausend Streiche…dabei kann ich ihm doch vertrauen? Kein Mann zeigte mir je auf diese besondere Art und Weise, was er empfindet. Er hat für mich und auch für unser Würmchen so viel verändert…er hat mich verändert…doch jetzt gehe ich tausend Schritte zurück…und so kommt es, dass ich plötzlich jegliches Vertrauen verliere und mich unendlich einsam fühle…ich wäre nicht die erste betrogene schwangere Freundin, die zu Hause wartend sitzt…habe ich zu viele solcher Filme gesehen? Oder vertraue ich viel weniger mir, dass ich es schaffen könnte, einen Mann zu halten?

Schmerz und Tränen, wegen einer Lapalie, derer ich mich bald schon schämen werde, spätestens, wenn der geliebte Mensch wieder an meiner Seite ist!
Doch woher kommt all dieses plötzliche Leid, das ich irgendwann wieder zu leugnen weiß?

Schwanger?

…meine Augen starren auf diesen Streifen und doch irgendwie vorbei…alles dreht sich…ich bewege mich wie in Trance…das kann alles nur ein Traum sein oder nur eine Täuschung!
…Vorgang wiederholen…keine Veränderung…im Kasten dieses Kreuz und auf dem Balken ein Doppelstreifen…schwanger…schwanger?…ich?…

Vor einiger Zeit war es passiert, als dieser besondere Mann und ich Liebe teilten und offenbar das Accessoire, dass uns beide schützen sollte, nicht hielt, was es versprach.
Nachdem ich nun seit einer Weile also nicht nur Probleme mit meinen Brüsten hatte, sondern auch noch meine Periode nach 2 Wochen schwieg, ging ich auf Nummer sicher…zwei mal…beides: positiv! Doch glauben kann ich es nicht! Und jetzt kann ich den Arztbesuch nicht erwarten…und so sehr es nicht wirklich der richtige Zeitpunkt ist, umso größer habe ich dennoch Angst, dass ich enttäuscht werde…was wenn die Tests was falsches sagen? Oder ich sie falsch interpretiere? Was, wenn mein Körper mir nur etwas vorspielt?…Mein Kinderwunsch ist so viele Jahre lang schon so groß…und jetzt ganz unverhofft, soll es wahr sein?

Und wenn dann dieser Mann zurück nach Hause kommt und ich ihm berichte…was wird er sagen? Wie reagieren? Ich weiß um seinen Wunsch, ein „kleines Huschel“ zu haben…aber „irgendwann“…und wir sind erst seit 3 Monaten ein Paar…noch nicht mal ganz…was wenn er wegläuft?

Und wenn wir uns beide freuen? Und auch ein positiv vom Arzt erhalten…aber die kritischen 3 Monate der Schwangerschaft nicht überstehen? Wenn es in mir nicht überlebt?

Fragen über Fragen, Ängste über Ängste…und noch mehr Fragen…und noch mehr Angst…

Drei Worte…

Wie sagt man, was man fühlt? Seit wann weiß ich das nicht mehr? Und seit wann kann ich es nicht mehr?

Plötzlich scheint die Sache mit den Gefühlen für einen anderen so einfach zu sein und gleichzeitig so verunsichernd, dass ich nicht sagen kann, was mein Herz schreit.
Je näher und je ähnlicher das Gegenüber, umso schwerer erscheint es plötzlich, die absolute Ernsthaftigkeit zu benennen… warum? Vielleicht weil die Angst vor Zurückweisung umso größer ist? Und vielleicht, weil diese Angst einen Verlust bedeuten könnte, den man nicht mehr in der Lage auszuhalten ist?

Denn…wenn du gehst, ist nur noch Leere da…doch die Art deiner Blicke, die Weise deiner Worte, dein Vertrauen, deine Berührungen schreien ebenso dieses Gefühl aus, das fest auf meiner Zunge sitzt und sich doch nicht traut, dir entgegenzuspringen. Was wenn ich mich irre? Nicht meiner, sondern viel mehr deiner Empfindungen? Was, wenn ich dich vergraule?
Seit wann nur, ist diese Angst so groß, dass sie mich hindert, die Wahrheit auszusprechen?
WIe oft täuschte mich mein Herz, indem ich dachte, den Richtigen vor mir zu haben und dies auch offen auszuprechen? Unzählig…doch wenn ich ehrlich bin, so muss ich zugeben, dass es immer etwas gab, dass dagegen sprach…irgend ein Gefühl war immer anwesend, das zeigte, es sei nicht wahrhaftig…nur für den Augenblick gemacht…es waren Umgebungen, Gerüche, Ziele…die nicht passten…doch jetzt…

Du stehts vor mir und alles was du tust und sagst, ist in gleicher Weise das, was mich ausmacht. Du benennst Wichtigkeiten, die ich gerade aussprechen wollte, ich bewege mich, um hinterher zu erkennen, dass dies auch dein Weg war…kein Mensch war mir je ähnlicher und näher als du! Wenn ich in deine Augen blicke, sehe ich mich und du sagst in solch einem Moment, du hättest dich nie so in jemanden wiedergefunden, wie in mir…doch ohne, dass ich vorher etwas sagte…und alle um uns herum wundern sich, weil sie uns einzeln oder mit anderen nie so erlebten…

Was für Beweise also brauche ich noch?
Soll ich es aussprechen?
Dir einfach sagen?
So wie es ist?
Drei Worte?

Ja, ich liebe dich!

Das Buch deiner Geschichte…

Die letzte Seite des Buches ist geschrieben, der Deckel schließt sich…
Stille kehrt ein…
Ein tiefer Atemzug…
Anhalten…
Sehnsucht spüren…
Von vorn beginnen…

Das Titelblatt erneut aufgeschlagen, der Inhalt blitzt hervor…
Lärm umhüllend…
Ein schnelles Ausatmen…
Atemlos…
Vom Schmerz erfüllt…
Alles überschreiben…

Die ersten Kapitel durchschlagend, vergilbte Seiten schimmern…
Gefühle ausschaltend…
Ein- und ausatmen…
Erkenntnis gewinnen…
Neubeginn…


So sitzt du da täglich, vor diesem Buch, dass du all die Jahre schriebst. Verliebt, verhasst, verflucht…unsichtbar und zusätzlich blind…Augen zu, Ohren auf durchzug, dein Ich ausschaltend…warum auch nicht…es könnte so einfach sein: nichts spüren, nichts zugeben, nichts zulassen…
Du erzählst deine Geschichte…von all dem Schmerz, all der Pein, all dem Leid…doch was hast du getan, als vielleicht nur dich und andere zu verletzen? Sei es auch ohne dem eigenen Willen

Die letzte Seite neu geschrieben,
verändert das Titelblatt,
erfindet die ersten Kapitel neu…
Ein Atemzug…
zwei Atemzüge…
Gefühle annehmen und bewältigen…

Nur du hast es in der Hand,
mit welchen Worten,
mit welchen Gedanken,
mit welchen Geschichten
dein Lebensbuch sich füllt!

Vertrauen…

…ist eins der Dinge, die sich als selbstverständlicher Wert im Kopf festgeklammert hat und am besten zu jeder Zeit präsent sein sollte…unbrauchbar ist dann der Klammeraffe Misstrauen, der sich immer wieder schwerer festhaftet als unbedingt nötig…oder?…wer sagt, dass kein Fehlschritt beim anderen passieren kann? Gab es nicht schon oft genug den Beweis, dass ein jeder in irgend einer Weise ersetzbar ist? Hat man das nicht selbst schon oft genug erlebt?
Und wenn man doch ganz genau weiß, dass man selbst vielleicht treu, aber dennoch diese Gleichgültigkeit, diese Vergessenheit, erlebte, die man hinterher umso mehr bereute? Angefangen bei Kleinigkeiten, wie das Vergssen der Zeit, reißt es dem anderen doch das Herz heraus…oder führt dazu, dass sich Unmut auftut…

Moment…Herz aus, Kopf ein…Schalter gefunden?…Natürlich…leider denkt der Kopf nicht viel anders als das Herz…zum ersten Mal sind sie sich einig. War ja klar, dass nur ein solches Thema, bei dem man gut darauf verzichten könnte, keins der beiden einem das Gegenteil beweist…
Ja, die Verwirrung ist groß…die Worte noch mehr…und die Angst vor Verletzung und Enttäuschung durch gemachte Erfahrungen, halten das rote Tuch vor Augen…mal sehen wie lächerlich und zeitverschwendent diese Gedanken an einem anderen Punkt erscheinen…

Wenn es ist, was es ist…

Du hattest versprochen, alles wird anders, alles wird besser: „Hab nur keine Angst!“…ich vertraute dir, glaubte dir, warst du mir doch immer so nah…ich belog mich selbst, wusste ich doch, dass die vorangegangene Zeit bereits bewies, dass wir nur noch aneinander zerrten…du wurdest blind und taub…ich wurde kalt und leer…deine Versprechen gebrochen, mein Glaube begraben…die Veränderungen kamen…nur anders als gedacht…
heute gibt es dich und mich ohne ein uns dazwischen…du bist gegangen und ich ließ dich ziehen, weil es keine Bedeutung mehr hatte…nicht für dich und nicht für mich…
Die Wolken zogen auf, der Regen fiel und ich versteckte mich hinter dem Nebel… ich stellte mich ab, wurde zur funktionierenden Maschine…wer braucht schon Gefühle, wer braucht schon Nähe…ich verlor jeden Sinn, ich hatte keine Träume mehr…und es störte mich nicht…

Doch…das erste Mal in meinem Leben wurde ich belehrt, was es heißt, dass manch etwas unbemerkt vor der Nase liegt…tausend mal betrachtet, Worte gewechselt…es brauchte nur einen kurzen, ja eigentlich unbedeutenden Augenblick als sich etwas in mir regte…erschrocken von diesem Gefühl, wehrte ich mich…wie ein kleines Kind warf ich mich innerlich zu Boden und schrie…ich stellte mich selbst in die Ecke und redete auf mich ein…
Zwei Monate voller innerem Drang, den ich wieder und wieder zurückwies, mich selbst dafür verachtete, konnte ich nicht anders als mir einzugestehen, dass da etwas war, wovor ich das erste Mal in meinem Leben Angst hatte. Ganz unverhofft breitete er seine Arme aus, nur eine kurze Geste, ein kurzes Hallo…und mir war klar, was das bei mir war. Die Schmetterlinge waren kaum noch zu überhören. Und die Angst davor, zu bereuen, etwas verpasst zu haben, war größer als jene, verletzt zu werden. Nur die eigene Unsicherheit stand mir weg. Ich glaubte nicht, dass er so wollte, wie ich. Doch da waren Blicke, oder bildete ich mir nur was ein?
Es war das erste Mal, dass ich nicht suchte und es war das erste Mal, dass ich mich nicht sonderlich bemühte…es geschah wie nebenbei…und dann lag sein Arm um meiner Schulter…und dann lagen seine Lippen auf meinen…
und seit dem scheint alles perfekt…ganz anders als gedacht ist sein Wesen…ich betrachte ihn und es ist, als schaue ich in mein Spiegelbild…verblüffend wie ähnlich wir uns sind, fast schon beängstigend wie er alle Dinge tut, wie ich mich nach ihnen sehnte…ohne dass ich darüber je ein Wort verlor…und wenn ich ihm mein Staunen eröffne, ist er über dieses verblüfft und sagt: „das ist doch selbstverständlich!“ er macht mich komplett, er verkörpert alles, was mir immer wichtig war, er ist das, was ich immer wollte…und zum ersten Mal wird mir bewusst: um zu finden, darf man nicht suchen…nur Geduld bringt das zu uns, was uns gebührt! Und ich bin dankbar, für jeden Augenblick! Ich bin dankbar, für dieses Gefühl!…

….Ich bin dankbar, für diese L . i . e . b . e . !

Adé

Mal wieder so ein Tag, an dem der Drang nach „Stift und Papier“ groß ist. Tiefe Gefühle, treibende Gedanken…und doch ist kein Wort gut genug!
Ich brauche Musik…also spiele ich deine Lieder, weil ich sie lang nicht hörte. Sie hatten mir mal alles bedeutet. Sie legten mir Worte in den Mund, die einfach zu schreiben waren.
Damals…alles voller Chaos, alles voller Schmerz, alles voller Hass und Wut…und gleichzeitig eine unerträgliche Liebe, die mich dazu trieb, mich selbst zerstören zu wollen. Jahrelang… ich konnte die Zeit nicht vergessen, konnte dich nicht loslassen, hing dir nach und suchte dich in jedem Gesicht…
Und heute höre ich also wieder diese Lieder, weil ich sie vergessen hatte und all die Worte an dich…
Und nun sitze ich hier, starre auf das Papier, lasse jede Melodie, jedes Wort auf mich wirken…da ist nichts mehr, außer der Frage, warum ich es zuließ zu jener Zeit…?

Doch das ist heute nicht mehr wichtig…endlich konnte ich gehen, dich zurück lassen, mich freimachen…da ist jetzt kein Zweifel mehr…

Wo…

In solchen Zeiten, in denen dir das Herz fast stehen bleibt vor lauter Angst und du kaum Luft bekommst, weil die Panik vor dem nächsten Tag größer ist, als es sich irgendjemand vorstellen kann, wünschst du dir so sehr diesen einen Menschen an deiner Seite, den du noch nicht finden konntest und eigentlich auch schon jede Hoffnung darauf verloren hast!

Morgen…ein Tag, der entweder alles verändert oder dazu beiträgt, dass alles so bleibt…all diese Panik, dieser Erwartungsdruck…all dieses sein müssen, was man gar nicht will…mittlerweile 30 Jahre alt, kenne ich diese Situationen besser als meine Westentasche. Und dennoch ist es das erste mal, dass ich am Abend zuvor allein bin…ich kann nicht aufhören zu weinen. Ich fühle mich nackt, wie gerade geboren und in Angst vor dem großen unbekannten, das man nicht kommen sehen hat. Ich habe es gewusst, aber es fühlt sich trotzdem genau so an und dabei ist es nur der Beginn des Praktikums. Warum muss eine solche Situation in mir auslösen, das einer Todesangst gleich kommt? Oder eigentlich noch viel schlimmer, denn sie macht so viel Angst, dass ich lieber sterben möchte…ich sehne mich in die Arme eines starken und verständnisvollen Mannes, der mich festhält, mich küsst…einer der mir sagt, dass egal was passiert, ich mir sicher sein kann, dass es eine Zukunft gibt, weil sie ihn beinhaltet und er mich halten wird, was immer auch passiert. Und es macht mich traurig, weil ich Angst habe vor diesem Start morgen und zugleich keinerlei Hoffnung, dass es diese eine Zukunft für mich gibt…geht es morgen schief, wird keiner da sein, der mich auffängt…zu mindest nicht so, dass ich weiß, dass es noch etwas anderes gibt, auf das ich bauen kann!

Gute Nacht, Welt!

Zurück gefühlt…

…und es wird klar, es ist noch immer nicht vorbei, auch nicht nach drei Jahren, nachdem wir mal sowas wie ein wir waren…und nachdem ich seit 2 Jahren nichts von dir gehört habe! Dass du noch in meinen Gedanken bist, wusste ich! So oft kam dein Name mir in den Sinn…und immer war ein Gefühl dabei. Doch längst nicht mehr so intensiv. Ich dachte, es wäre nur noch die Sehnsucht danach, was du schafftest, in mir auszulösen…doch heute besuchte ich die Stadt, von der ich glaubte, dass sie mir mal ein Gefühl von Heimat gab…mir ist nun bewusst geworden, dass sie mittlerweile zu viel Schmerz in mir hervorruft…ich suchte dich in allen Menschengesichtern, hoffte, dich zu erblicken, wenigstens auf dem alten Balkon , der sichtbar wird auf der Zugstrecke…Menschen trugen deinen Geruch, die direkt vor mir saßen und diese Stelle, an der wir uns das erste mal zu zweit trafen, rüttelte mich erneut auf…

Mir tut heute nach meinem Besuch dieser Stadt erneut alles weh in mir. Ich vermisse dich immer noch und dafür verurteile ich nicht nur dich…viel mehr hasse ich mich dafür! Ich will dich los werden aus meinem Kopf, doch viel mehr noch aus meinem Herzen, weil es nichts anderes mit sich bringt als Schmerz…du hast es nicht verdient, dass mein Herz schneller schlägt, stolpert und sich die knie aufreißt, um immer mehr neue Wunden zu erhalten, die an dich erinnern! Du tust weh…ganz egal, wenn du das nie wolltest und es ist irrelevant, dass du keinen Zentimeter an mich denkst…es schmerzt so oder so…weil du mir so sehr fehlst und ich das nicht will! Ich wehre mich dagegen und versuche alles wegzudrängen, was mit dir in Verbindung stehend aufkommt…doch eine Fahrt in diese Stadt, hat alles wieder kaputt gemacht, worum ich so hart kämpfte…